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Krpans Stute

Satiren und Erzählungen

978-3-7084-0724-1

Übersetzung aus dem Slowenischen, Nachwort und Anmerkungen von Erwin Köstler

»Ich habe schon oft überlegt, dass es fein wäre, wenn die Künstler keine Menschen, sondern irgendwelche Maschinen wären, die man weder ölen noch reparieren muss und die ununterbrochen produzieren, uns zur Freude … Auf die Art hätte man kein schlechtes Gewissen …«

Mit Krpans Stute (1906) nahm Ivan Cankar vor 120 Jahren von Wien aus das heimische slowenische Kulturleben und seine Protagonisten aufs Korn.
Den ersten Teil dieses ungewöhnlichen und überraschend aktuellen Buches bilden satirische Essays, in denen der Autor am Beispiel der Theater-, Denkmal- und Festkultur zeigt, wie patriotische Anmaßung und kunstfeindlicher Populismus den öffentlichen Raum zum Schaden der slowenischen Kultur missbrauchen.
Die Erzählungen im zweiten Teil des Buches gehen über die Satiren hinaus, indem sie die Kritik an den »praktischen Verhältnissen« in der slowenischen Provinz zur Kritik an den Verhältnissen der Menschheit schlechthin verallgemeinern. In der Gegenüberstellung von politischer und poetischer Aussage thematisiert Cankar unter anderem die Frage, welche Rolle Kunst und Literatur im gesellschaftlichen Prozess spielen sollten und was sie an Kritik überhaupt zu leisten imstande sind.

Der Band ist zeitgleich mit Aus der Vorstadt. Erzählungen aus Wien anlässlich des 150. Geburtstags von Ivan Cankar erschienen.

EDITION MEERAUGE Special
224 Seiten, 21 x 12,5 cm, Fadenheftung, Lesebändchen, Hardcover geprägt

Aktuelle Veranstaltungen und Tipps

Montag, 4. Mai, bis Donnerstag, 7. Mai 2026, Wien:
Anlässlich des 150. Geburtstags des Autors finden an verschiedenen Orten die Ivan-Cankar-Tage statt, organisiert vom Slowenischen Kultur- und Informationszentrum SKICA Wien, dem Institut für Slawistik der Universität Wien, dem Slowenischen Institut Wien, Erwin Köstler und Judita Babnik.

Mittwoch, 6. Mai, 11:05 Uhr, Ö1: 
In der Sendereihe Radiogeschichten liest Heinrich Baumgartner (Gestaltung Michaela Monschein) aus der Neuübersetzung (Erwin Köstler 2024) von Ivan Cankars Roman Das Haus der Barmherzigkeit.

Sonntag, 17. Mai 2026, 13 Uhr, KunstSozialRaum Brunnenpassage, Brunnengasse 71/Yppenplatz, 1160 Wien: 
Im Rahmen der Kritischen Literaturtage 2026 stellt Erwin Köstler die beiden neu erschienenen Erzählbände Aus der Vorstadt und Krpans Stute von Ivan Cankar vor.

Stimmen

»In seiner Heimat war er ein breit gelesener und stark wahrgenommener Dramatiker, Romancier, Lyriker, Essayist und Kritiker. Die slowenische Kritik ging jedoch streng mit ihm ins Gericht, weil seine Literatur weder den ästhetischen noch den intellektuellen Konventionen seiner Zeit entsprach. Cankar wollte sich für die ›nationale Sache‹, für die Stärkung des slowenischen Selbstbewusstseins nicht funktionalisieren lassen – er empfand das als Provinzialismus, dem er entfliehen wollte.« Katja Gasser in »Wiener Moderne von unten«, ORF Kultur, 09.05.2026

»Viel mehr auf dieses Erschließen von Kontexten [durch die Anmerkungen und das Nachwort Erwin Köstlers, Erg. d. Verlags] ist man beim Sammelband ›Krpans Stute‹ angewiesen, der stark von der Satire und ihren Zeitbezügen lebt. Da erfährt man viel von der Situation des slowenischen Theaters zur Zeit Cankars oder den Intrigen um ein Denkmal für den Altmeister slowenischer Dichtung France Prešeren und bekommt divergente und eigenwillige Novellen zu lesen. … Zum 150. Geburtstag Ivan Cankars, dem Karl-Markus Gauß in seinem Buch ›Im Wald der Metropolen› ein nachhaltiges Denkmal gesetzt hat, kann der bedeutendste slowenische Autor der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jetzt auch auf Deutsch wieder seine Faszination entfalten.« Cornelius Hell in »Im Elend von Ottakring schrieb er Werke von Weltrang«, Die Presse/Spectrum, 08.05.2026, bzw. in »Wie ich zum Sozialisten« wurde, Die Presse SPECTRUM Literatur, 09.05.2026

» … zumal in ›Aus der Vorstadt‹ …  Ivan Cankar erweist sich auch in diesen Büchern als hochpolitischer Autor, dem zugleich die Autonomie der Kunst von größtem Wert war.« Katja Gasser in »Ivan Cankar: Späte Entdeckung«, ZiB 09:00, ORF 2 (abrufbar bis 05.06.2026) vom 06.05.2026

»Man dürfe das Publikum nicht überfordern, steht in der Erzählung ›Krpans Stute‹ aus dem Jahr 1906. Ivan Cankar beschreibt die Rahmenbedingungen des slowenischen Theaters als miserabel. Es fehlt an allem, an Ausstattung, Personal und vor allem an der Bereitschaft, kritische Stücke von Schriftstellern wie Cankar auf die Bühne zu bringen. Dafür rennen die Menschen aber jeder noch so hohlen Vergnügung nach. Daher auch der Titel ›Krpans Stute‹ – das Pferd, und nicht der Dichter wurde über den grünen Klee gelobt.« Michaela Monschein, Ö1 Kulturjournal, 15.04.2026, nachzuhören bis Oktober 2026 auf sound.orf.at bis Oktober 2026

»Ivan Cankar: Ein österreichischer Autor, der in slowenischer Sprache schrieb«, Interview Marianne Fischer mit Übersetzer Erwin Köstler, Kleine Zeitung (Kultur), 12.04.2026

Inhaltsverzeichnis

INHALT

Jubiläum 

Krpans Stute
Studie über das Theater 
Govekar und die Govekars 
Zweierlei Wahrheit 
Prešeren 
Anastasius von Schiwitz 

Novellen
Auf der Insel 
Eine unanständige Liebe 
Im Frühling 
Die letzten Tage des Štefan Poljanec 

Nachwort 
Anmerkungen 
Quellen

Leseprobe
Zur Leseprobe (PDF)
Ivan Cankar
Portrait Ivan Cankar (Foto: Avgust Berthold)
Zur Biografie
Erwin Köstler
Portrait Erwin Köstler (Foto: privat)
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