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Aus der Vorstadt

Erzählungen aus Wien

978-3-7084-0723-4

Übersetzung aus dem Slowenischen, Nachwort und Anmerkungen von Erwin Köstler

»Warum sollte ein Halm auf der Wiese nicht ein großartiges Leben führen?«

Aus der Vorstadt bringt anlässlich des 150. Geburtstags von Ivan Cankar eine Auswahl von Texten, die zwischen 1900 und 1914 entstanden und nun zum Großteil in Erstübersetzung zusammen mit dem Erzählband Krpans Stute erscheinen. 

Ivan Cankar verbrachte mehr als elf Jahre seines Lebens in Wien und schuf hier einen Großteil seines Gesamtwerks. 1899 zog er in den Arbeiterbezirk Ottakring, wo er außer den Romanen Die Fremden (1901) und Das Haus der Barmherzigkeit (1904) noch etwa drei Dutzend Kurzerzählungen verfasste, mit denen er sich als Chronist und Autor des »anderen« Wien ins kulturelle Gedächtnis der Stadt einschrieb. 18 davon hat Erwin Köstler für dieses Buch ausgewählt. 

Cankars analytischer Blick auf die immensen sozialen Probleme, mit denen die Vorstadt und ihre Bewohner zu kämpfen hatten, wie auch die selbstbewusste Abgrenzung vom Imaginarium der Weltstadt des Fin de siècle machen diese Erzählungen bis heute zu einer fesselnden und aufregenden Lektüre.

»Die Prozession aus Elend, Schande und Staub bog in eine der Seitengassen ab und verstummte.«

EDITION MEERAUGE Special
208 Seiten, 21 x 12,5 cm, Fadenheftung, Lesebändchen, Hardcover geprägt

Aktuelle Veranstaltungen und Tipps

Montag, 4. Mai, bis Donnerstag, 7. Mai 2026, Wien:
Anlässlich des 150. Geburtstags des Autors finden an verschiedenen Orten die Ivan-Cankar-Tage statt, organisiert vom Slowenischen Kultur- und Informationszentrum SKICA Wien, dem Institut für Slawistik der Universität Wien, dem Slowenischen Institut Wien, Erwin Köstler und Judita Babnik.

Mittwoch, 6. Mai, 11:05 Uhr, Ö1: 
In der Sendereihe Radiogeschichten liest Heinrich Baumgartner (Gestaltung Michaela Monschein) aus der Neuübersetzung (Erwin Köstler 2024) von Ivan Cankars Roman Das Haus der Barmherzigkeit.

Sonntag, 17. Mai 2026, 13 Uhr, KunstSozialRaum Brunnenpassage, Brunnengasse 71/Yppenplatz, 1160 Wien: 
Im Rahmen der Kritischen Literaturtage 2026 stellt Erwin Köstler die beiden neu erschienenen Erzählbände Aus der Vorstadt und Krpans Stute von Ivan Cankar vor.

Stimmen

»Die Autoren der Wiener Moderne wie Schnitzler und von Hofmannsthal kannte Cankar vom Lesen ihrer Texte. … Cankar ließ sich zwar von der Literatur dieser Autoren inspirieren, grenzte sich aber im selben Moment selbstbewusst von dieser ab. Er kam nach Wien, um moderne slowenische Literatur zu schreiben.« 
»Auffallend viele Frauenfiguren bevölkern Cankars Literatur. Darunter resolute Frauen, die sich gegen die Härte der Verhältnisse, in die sie geworfen wurden, auflehnen. Cankars Blick für Machtmissbrauch unterschiedlichster Facetten, für inhumane Hierarchien und Heucheleien ist bestechend klar und schonungslos.« Katja Gasser in »Wiener Moderne von unten«, ORF Kultur, 09.05.2026 

»Als Gegenwelt zur urbanen Misere leuchtet die Natur auf … ›das Lied von der Krankheit und vom Hunger‹. Das ist wie eine Formel, die die besten Texte dieses Erzählbandes auf einen Nenner bringt: Sie haben etwas Liedhaftes, eine impressionistische Leichtigkeit, und gerade diese Spannung zur Tristesse ihres Inhalts tut weh und macht sie unvergesslich.«  Cornelius Hell in »Im Elend von Ottakring schrieb er Werke von Weltrang«, Die Presse/Spectrum, 08.05.2026, bzw. in »Wie ich zum Sozialisten« wurde, Die Presse SPECTRUM Literatur, 09.05.2026

»Die beklemmenden Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft. Das lässt sich in den soeben erschienenen Neuübersetzungen seiner Wien-Texte nachlesen, zumal in ›Aus der Vorstadt‹ …  Ivan Cankar erweist sich auch in diesen Büchern als hochpolitischer Autor, dem zugleich die Autonomie der Kunst von größtem Wert war.«  Katja Gasser in »Ivan Cankar: Späte Entdeckung«, ZiB 09:00, ORF 2 (abrufbar bis 05.06.2026) vom 06.05. 2026

»Auf der ORF-Liste von zehn empfehlenswerten Buch-Neuheiten sind im Mai u.a. Werke von Norbert Gstrein, Josef Winkler und Slobodan Šnajder. Von Jury-Mitgliedern wurden auch Punkte an die Cankar-Übersetzung ›Aus der Vorstadt‹ vergeben, für die Top Ten reichte es aber nicht.«  »ORF Bestenliste. Lesetipps im Mai«, Meldung auf volksgruppen.orf.at, 05.05.2026

»Viele Themen von Ivan Cankar wie die Arbeitsmigration sind heute aktueller denn je  […] Gelebt hat er in der Vorstadt, in Ottakring. Auch er hatte die Hoffnung, in Wien zu einem großen Schriftsteller zu werden und dann bald zu Hause in Laibach zu reüssieren[…] Stattdessen wurde aus Ivan Cankar ein Vielschreiber, der mit dem Geld nicht umgehen konnte.«  Michaela Monschein, Ö1 Kulturjournal, 15.04.2026, nachzuhören bis Oktober 2026 auf sound.orf.at

»Ivan Cankar: Ein österreichischer Autor, der in slowenischer Sprache schrieb«,  Interview Marianne Fischer mit Übersetzer Erwin Köstler, Kleine Zeitung (Kultur), 12.04.2026

Inhaltsverzeichnis

INHALT

Melancholische Gedanken 
Aus der Vorstadt 
Im Morgengrauen 
Die armen Blumen! 
Rue des Nations 
Nach Golgatha 
Ein Unrecht 
Zdenko Petersilka 
Kein Zuhause 
Vorstadt 
Ein Unrecht 
Die Sonne steht tief 
Mariage 
Der Blumenstrauß
Wechsel
Wie ich zum Sozialisten wurde
Ottakring (Romanfragment) 
Von Ottakring nach Oberhollabrunn. Ein Ausflug

Nachwort
Anmerkungen 
Quellen 

Leseprobe
Zur Leseprobe (PDF)
Ivan Cankar
Portrait Ivan Cankar (Foto: Avgust Berthold)
Zur Biografie
Erwin Köstler
Portrait Erwin Köstler (Foto: privat)
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