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978-3-7084-0727-2
Mehr als 25.000 Menschen kamen im Erinnerungsjahr / Leto spominjanja 2025 in die Ausstellung Hinschaun! Poglejmo im kärnten.museum. Dieses große Interesse hat die Herausgeber:innen zu diesem Buch motiviert. Es dokumentiert die Ausstellung mit ihrem genauen Blick auf Verbrechen, auf Widerstand, Brüche, Kontinuitäten und ihre Bedeutung in der Gegenwart. Kurator:innen, Wissenschafter:innen, Vermittler:innen, Aktivist:innen und Besucher:innen reflektieren ihre Erfahrungen, Initiativen und Interventionen, ziehen eine Bilanz des Erinnerns, auch angesichts des Polizeieinsatzes beim Muzej/Museum Peršman im Juli 2025.
Več kot 25.000 ljudi si je v Letu spominjanja / Erinnerungsjahr 2025 ogledalo razstavo Hinschaun! Poglejmo v Koroškem muzeju. Iz tega velikega zanimanja je nastala ta knjiga, ki prinaša poglobljen vpogled v zločine, odpor, prelome in kontinuitete ter njihov pomen v sedanjosti. Kuratorke in kuratorji, znanstveno in pedagoško osebje, aktivistke in aktivisti ter obiskovalke in obiskovalci reflektirajo svoje izkušnje, pobude in intervencije pa izrisujejo bilanco kulture spominjanja, tudi v luči policijske intervencije pri Muzeju Peršman julija 2025.
Beteiligte Autor:innen und Stimmen / Avtorji in glasovi:
Paul Angerer, Amy Burkhardt, Dominik Čertov, Nadja Danglmaier, Brigitte Entner, Sabina Ferhadbegović, Anna Grilc, Tove Grolitsch, Peter Gstettner, Benedikt Haid, Daniel Hill, Ute Holfelder, Verena Jahn, Peter Kaiser, Urška Klakočar Zupančič, Elisabeth Klatzer, Andreas Krištof, Goran Lazičić, Brigita Malenica, Elena Messner, Michael Moser, Andrina Mračnikar, Wolfgang Muchitsch, Lena Obereder, Herwig Oberlerchner, Stephanie Ottitsch, Peter Pirker, Sara Pan, Anna Pinter, Christin Plangger, Ina Sattlegger, Nora Sternfeld, Helge Stromberger, Julia Stolba, Verein/Društvo DENK(A)MAL – SPUNIJ SE, Michael Wedekind, Daniel Wutti
Beteiligte Künstler:innen / Umetniki in umetnice:
Birgit Bachmann, Manfred Bockelmann, Catrin Bolt, Friedemann Derschmidt und Alaa Alkurdi, Tatiana Lecomte, Andrina Mračnikar, Dana Rausch, Nicole Six und Paul Petritsch mit Jakob Holzer, Robert Schabus, Karl Vouk, zweintopf
348 Seiten, deutsch/slowenisch, rund 350 Abbildungen (Fotografien, Dokumente, Karten), 26,5 x 18,8 cm, Klappenbroschur, Fadenbindung
Hinschaun! Poglejmo folgt den Spuren des Kärntner Nationalsozialismus in tiefe Winkel des Landes und weite Teile Europas. Das Buch führt an Orte des Massensterbens sowjetischer Kriegsgefangener und der Deportationen in Kärnten, der Ermordung von Jüdinnen und Juden in Polen, von Kriegsverbrechen in den besetzten Gebieten.
Doch Tatorte wurden auch zu Orten des Widerstands: In Kärnten leisteten slowenische Partisan:innen den stärksten Beitrag zur Befreiung vom Nationalsozialismus im Deutschen Reich. Wie prägt(e) diese Geschichte das Land bis heute?
Hinschaun! Poglejmo razkriva sledi koroškega nacionalsocializma, ki segajo v skrite kotičke dežele in širom Evrope. Odpira pogled na množično umiranje sovjetskih vojnih ujetnikov in deportacije na Koroškem, na umore Judinj in Judov na Poljskem ter na vojne zločine na okupiranih ozemljih.
Vendar so kraji zločinov postali kraji odpora: na Koroškem so slovenski partizanke in partizani prispevali odločilen delež k osvoboditvi izpod nacionalsocializma v nemškem rajhu. Kako ta zgodovina še danes zaznamuje deželo?
„Angeblich kam der Hauptimpuls für das gesamte Ausstellungsprojekt nicht so sehr von der institutionalisierten Landesgeschichtsschreibung, sondern von lokalen Initiativen, die wissen wollten, was in ihren Gemeinden damals geschehen ist. Ihre Fragen trieben die Forschung an …
Der Vorteil des Buches: Die Reaktionen der Besucher konnten hier verarbeitet werden. Was hat sie interessiert, was hat sie bewegt, wo waren die Wissenslücken? …
Wo wurde bislang nicht so genau ‚hingeschaut‘? Einheiten von Wehrmacht und SS, die in Kärnten aufgestellt wurden, waren beteiligt an Kriegsverbrechen in Norwegen, Slowenien, Italien und Frankreich. …
Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen in den Lagern Wolfsberg und Spittal. Hier starben 6000 Rotarmisten an Typhus und Hunger. Sie sind die größte Gruppe von Opfern des Nationalsozialismus in Kärnten. …
Slowenen hatten in der ‚deutschen Volksgemeinschaft‘ keinen Platz. Wer als ‚Nationalslowene‘ identifiziert wurde, galt als Feind und war staatlicher Gewalt ausgesetzt … Prominente Kärntner Wissenschaftler aus dem Umfeld von Heimatbund, Geschichtsverein und Landesmuseum, alle Mitglieder der NSDAP, halfen bei der Identifizierung von Tausenden Feinden des Großdeutschen Reiches. …
Das Medienecho zu Ausstellung und Buch war überwiegend positiv. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle den Blick auf Verantwortliche, Täter und Mitwirkende teilten, so die Herausgeber.“
Günther Haller in „Wo Hitler leichtes Spiel hatte. Wie sich ein Museum als kritisches Gewissen eines Landes erweist“, Die Presse (Geschichte/Die Welt bis gestern), 09.05.2026
„Bücher wie dieses dienen dazu, dass man nicht vergisst: Die Faschismen sind gerade wieder am Erstarken, daher ist es umso wichtiger hinzuschauen, damit die Vergangenheit sich nicht wiederholt.“ Andreas Kanatschnig in „Ein Buch richtet den Blick auf die dunklen Flecken der Geschichte“, Kleine Zeitung (Kultur), 05.05.2026
„Schon im Vorjahr hat die Ausstellung ‚Kärnten und der Nationalsozialismus‘ für Aufregung gesorgt, weil erstmals viele dunkle Kapitel der NS-Geschichte geöffnet wurden. Jetzt folgt das Buch dazu – und auch dieses birgt sozialpolitischen und historischen Sprengstoff!“ Kerstin Wassermann in „Wirbel in Kärnten“, Kronen Zeitung (Kärnten), 05.05.2026
