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140 Jahre Verlag Heyn
DER VERLAG JOHANNES HEYN

In Memoriam Therese Zechner

Zechner Therese
Therese Zechner
geb. Faak, 21. 1. 1949 in Keutschach

Therese besuchte die Volksschule in Keutschach und war schon damals ein zielbewusstes und streitbares Mädchen. Wie sie mir erzählt hat, musste sie einige Male nachsitzen, weil sie auf dem Schulweg mit ihren Mitschülern gerauft hatte.

Schon von allem Anfang an war Lesen ihre große Freude und sie war ein dauernder Gast in der Gemeindebibliothek, was für sie auch leicht war, da die Wohnung direkt neben der Bibliothek gelegen war.
In den 70er Jahren kam der Altbestand der Gemeindebibliothek Keutschach über die Landesergänzungsbücherei in das Antiquariat Heyn. Und bei der Durchsicht der Bücher konnte man in fast jedem Buch, auf den eingeklebten Buchlaufzetteln, das Kürzel „F 1“ finden – für die Ausleiherin Therese Faak.

Nach der Volksschule besuchte Therese die Hauptschule in Viktring, die sie 1963 abschloss.
Ihr Vater wollte sie bei der Firma Neuner als Arbeiterin unterbringen, da sie dort gleich verdienen konnte. Das Berufsziel „Hilfsarbeiterin“ entsprach aber nicht der Vorstellung, die Therese von ihrer Zukunft hatte – und so machte sie sich auf und besuchte die Klagenfurter Buchhandlungen, um eine Lehrstelle zu finden. Sie hatte schon eine Zusage der Kärntner Buchhandlung am Neuen Platz in der Hand, besuchte dann aber noch der Reihe nach die nächstgelegenen Buchhandlungen Worsch und Heyn.

Und bei der Buchhandlung Heyn blieb Therese schließlich hängen. Ab August 1963 sollte sie bis zu ihrem Tod im November 2006, dreiundvierzig Jahre lang – zuerst als Buchhändlerin und dann, nach dem Tod ihres Schwiegervaters DI Kurt Zechner im Jahr 1977, gemeinsam mit ihrem Mann Gerd als Verlegerin – die Geschicke der Firma mitgestalten.
Therese war eine begeisterte Verlegerin. Unter ihrer Ägide entstanden rund eintausend Werke, darunter die schönsten und aufwendigsten Bücher der Verlagsgeschichte.
Das Buch über „Switbert Lobisser“ wurde mit dem 2. Staatspreis für „Die schönsten Bücher Österreichs“ ausgezeichnet.
Auch der Band über „Markus Pernhart“ wurde in die Reihe der schönsten Bücher Österreichs aufgenommen.
Ihre besondere Liebe aber galt der Musik, für ihre Komponisten und Textautoren war sie jederzeit zu sprechen.
Bei der Gestaltung, bei der Auswahl, überall wusste Therese den richtigen Weg. Noch vier Tage vor ihrem Tod hat sie – als man ihr zu Hause den Prospektentwurf für eine neue, von ihr noch mitgeplanten Buchreihe zeigte – auf einen wichtigen Gestaltungsfehler hingewiesen.
Besonders gefreut hat sie sich, dass sie noch die Herausgabe des Kunstbandes über „Giselbert Hoke“ im Verlag Heyn erleben durfte, der am 23. 11. 2006 anlässlich der Eröffnung der Ausstellung im Museum Moderner Kunst in Klagenfurt vorgestellt wurde.

Im Jahr 1999 wurde Therese für ihre Verdienste um die Kärntner Buchkultur von der Kärntner Landesregierung das „Ehrenzeichen des Landes Kärnten“ verliehen. Und 2005 erhielt sie die Ehrenurkunde zur Wahl der „Kärntnerin des Jahres 2005“.
Therese war ein besonderer Mensch. Ausgestattet mit einem starken Pflichtbewusstsein hat sie keinen Tag im Verlag gefehlt – abgesehen von den Karenzzeiten nach den Geburten ihrer drei Kinder und längeren Krankenhausaufenthalten in den letzten sieben Jahren ihrer Krebserkrankung.

Sie wird uns allen fehlen!